Sonntag, 8. Oktober 2017

by the first morning light

Ein frostiger Februarmorgen war es, an dem wir uns auf den Weg zu diesem bezaubernden Schloss begaben. Das Frieren lohnte sich jedoch schon allein für den herrschaftlichen Saal mit den aufwändig verzierten Holzvertäfelungen und Wandmalereien. Auch sonst bewies sich dieser Ort als ein wahres Kleinod, das noch jede Menge des Glanzes der vergangenen Zeit erahnen ließ.

Im 13. Jahrhundert erfuhr die Burganlage ihre erste Erwähnung in der Geschichte und war bis zum großen Brand im 17. Jahrhundert im Besitz verschiedener Adelsfamilien. Nach diesem Brand wurden neue Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichtet, sowie eine Schlossmauer angelegt.
Auch in der Zeit zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert wechselte das Schloss mehrfach seinen Besitzer und wurde schließlich zum Herzstück eines für damalige Verhältnisse sehr modernen landwirtschaftlichen Großbetriebs.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schloss enteignet und bis vor weniger als 20 Jahren als botanisches Institut genutzt.





Donnerstag, 10. August 2017

that Route 66 feeling

Und dann trug es sich zu, dass man mit der lieben Freundin und Muse telefoniert und aufgrund der spontan eingeworfenen Bemerkung, dass man schon ganz schön gern mal wieder so richtig toll verreisen würde, beim Auflegen des Hörers plötzlich eine Urlaubsplanung steht.

10 Tage USA, von Los Angeles über die Route 66 in den Grand Canyon, und dann weiter in die Glitzerstadt Las Vegas - ein beachtliches Programm. NATÜRLICH war die Kamera mit am Start und natürlich verleiteten uns die wundervollen Kulissen zu so einigen kleinen Fotoshootings, von denen es hier demnächst noch mehr zu sehen geben wird. Starten möchte ich mit unserem Trip auf der historischen Route 66.



Die Strecke ist wirklich atemberaubend: die flirrende Hitze der Wüste über dem Asphalt, links und rechts die urtypischen Leitungsmasten, so weit das Auge reicht. Gottverlassene Ortschaften mit leerstehenden Motels und Tankstellen, an denen schon verdammt lange niemand mehr Benzin gezapft hat. Ab und an säumen mehr oder minder verrostete Autowracks den Weg. Joshua Trees und Kakteen unter einem knallblauen Himmel und einer unbarmherzig brennenden Sonne (auch schon im März), mehr als 30 Grad im Schatten (so es denn Schatten gibt) und der Hauch von Freiheit und Abenteuer, der all dies umweht, während der Man in Black uns den "Falsom Prison Blues" aus den Boxen singt (bevor das Handy-Ladekabel in ein Rauchwölkchen gehüllt in die ewigen Jagdgründe einging).
Ein sagenhaft toller Trip, der uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Ich hoffe, wir konnten mit den Bildern so ein bisschen diese ganze Stimmung festhalten.














Mittwoch, 28. Juni 2017

dystopia

Diese verlassene Fabrik übt schon seit vielen Jahren eine ganz besondere Faszination auf mich aus.
Das Areal verströmt so eine unglaublich düstere, post-apokalyptische Stimmung, dass man sich sofort in eine andere Zeit versetzt fühlt: in eine dunkle Zukunft, in der jede Hoffnung Geschichte ist.

Aufgrund der enormen Ausstrahlung und Anziehungskraft dieses Ortes verwundert es einen auch so gar nicht, dass dieser schon etlichen Filmen als Kulisse diente.
Doch heute gab es hier nur uns.

Die Geschichte der Fabrik geht zurück bis ins beginnende 20. Jahrhundert. Bis zum zweiten Weltkrieg wurden hier Baustoffe hergestellt.
Nachdem die sowjetischen Besatzer das Werk komplett zerlegt hatten, und fast nichts von den Maschinen übrig geblieben war, spezialisierte man sich in den 50er Jahren auf die Herstellung von Futtermittelzusätzen. Nach einer groß angelegten Erweiterung der Produktionsstätte lief ebenfalls die Baustoffherstellung wieder an.
Die Wiedervereinigung besiegelte schließlich leider auch das Schicksal dieses Betriebes. Sinkende Absatzzahlen und die Machenschaften zwielichtiger Investoren führten Ende der 90er Jahre das finale Aus herbei.

Seither liegt hier alles brach und verfällt. Eine Nachnutzung erfolgte bisher eben so wenig wie der Abriss, welcher durch teils meterdicke Stahlbeton-Elemente enorm erschwert werden würde.
Zeitgleich lassen diese aber auch hoffen, dass die Gebäude in ihrem aktuellen Zustand noch eine lange Zeit zu bestaunen sein werden und vielleicht auch noch das eine oder andere Mal mehr über die Kinoleinwand flimmern.