industrial church

Irgendwie will sich schon beim Besuch dieses verlassenen Ortes nicht so recht das Bild in meinem Kopf zusammensetzen, dass es sich hier einmal um eine Fabrik gehandelt hatte.
Aufwändiger Stuck an den Decken, Säulen und Bögen, die fast sakral anmuten. Wie eine Produktionsstätte sah das so ganz und gar nicht aus.
Die Recherche im Nachhinein ergab, dass mein Gefühl mich nicht getäuscht hatte, denn das Gebäude war in den 1820er Jahren als eine Badeanstalt errichtet worden, die später um eine Gastwirtschaft und einen großen Festsaal erweitert wurde.
Im ersten Weltkrieg wurde es als Lazarett genutzt und danach zog eine Firma ein, die Musikinstrumente herstellte. Nachdem man deren Inhaber nach dem zweiten Weltkrieg enteignet hatte, wurde ein Volkseigener Betrieb daraus, welcher bis Anfang der 80er Jahre Bestand hatte.

Lange lag das Areal im Dornröschenschlaf, doch aktuell tut sich etwas. Nach dem Verkauf an einen neuen Eigentümer hat man mit aufwändigen Sanierungsarbeiten begonnen, um die Sünden der vielen Umbau-Maßnahmen der Jahrzehnte zu entfernen. Eine Kulturstätte wird hier entstehen und auch der Restaurantbetrieb soll wieder aufleben.